Vorsorgevollmacht statt Betreuungsverfahren - Selbstbestimmung statt gerichtlicher Maßnahmen!

Wir sichern uns für viele Fälle des täglichen Lebens gegen Unfälle, Krankheiten und Schäden materieller Art in vielfältiger Weise ab und denken häufig nicht daran, wer unsere persönlichen Angelegenheiten regelt, wenn wir krankheits- oder unfallbedingt auf fremde Hilfe angewiesen sind.

Die Vorträge von Notar Manfred Seeger in Dotternhausen und Dautmergen zum obigen Thema stießen auf großes Interesse in der Bürgerschaft. So waren es in Dotternhausen nahezu 50 und in Dautmergen rund 40 Zuhörer, die sich über dieses außerordentlich wichtige Thema aus erster Hand informierten.

Dass das Vorliegen einer Vorsorgevollmacht in Form einer notariellen Beurkundung nicht nur für ältere, sondern auch für junge Menschen im Notfall hilfreich und für Familienangehörige sehr entlastend sein kann, wurde bei den Ausführungen von Herrn Notar Seeger anhand von Beispielen aus der Praxis überaus deutlich.


Einige wichtige Gedanken seines Vortrags sind im Folgenden kurz zusammengefasst:

Nahe Familienangehörige, wie der Ehegatte oder die Kinder, können ohne Vollmacht keine Entscheidungen für den Hilfsbedürftigen treffen. Auch eine bestehende Bankvollmacht reicht bei weitem nicht aus, um alle Maßnahmen zu erledigen.

Durch die Erteilung einer Vorsorgevollmacht kann man rechtzeitig selbst eine Person (auch mehrere Personen) des Vertrauens bestimmen, die im Falle eines Falles die eigenen Rechte am besten wahrnimmt und somit ein gerichtliches Betreuungsverfahren vermeiden. Dieses wird notwendig, wenn keine Vorsorge getroffen wurde.

Beim Vorliegen einer Vorsorgevollmacht kann der benannte Betreuer viel freier und rascher entscheiden, als der vom Betreuungsgericht benannte Betreuer, auch wenn dies in der Regel ein naher Angehöriger ist. Medizinisches Gutachten, die Offenlegung der finanziellen Verhältnisse, die Belegung der Ausgaben, die jährliche Vorlage bei Gericht und die entsprechenden Gebühren können vermieden werden.

Die Kosten einer Beurkundung sollten kein Hindernis für die Erteilung einer Vorsorgevollmacht darstellen. Sie orientieren sich an den Besitzverhältnissen, bewegen sich in der Regel zwischen 66 € und 120 € (max. 400 €) einmalig und sind wesentlich niedriger als die Gebühren, die das Betreuungsgericht für die Betreuung jährlich erheben muss.

Im Anschluss an seine Ausführungen war Herr Seeger gerne bereit, die zahlreichen Fragen der Zuhörer zu beantworten.

Im Namen des Sozialen nachbarschaftlichen Netzwerks - SonNe bedankten sich Helmut Künstle und Christine Banholzer bei Herrn Notar Seeger für seine Kooperationsbereitschaft und die fundierten und anschaulichen Ausführungen.